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Der getestete, voll ausgestattete Rio mit 90 PS-Diesel, ist ab 20.490 Euro zu haben.
 
  • Bild: Eryk Ka (xdefxx), Bernhard Titz
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Kia Rio 1.4 CRDi ISG xR: Früher war alles besser

Nicht zu groß und äußerst sparsam, die Attribute des Kia Rio 1.4 CRDi. Ein perfektes Stadtauto also, und der Preis passt ebenfalls. Nur die drei Türen braucht keiner, wie wir im Intensivtest merkten.

13.07.2012 | 00:00 | (autonet)

Früher war alles besser. Keine Sorge, das wird keine Raunzer-G’schicht. Es bezieht sich eher auf die beiden fehlenden Fondtüren unseres letzten Testobjekts Kia Rio. Bereits Anfang Jänner bescherte uns ein fünftüriger Rio zwei angenehme Testwochen. Verdächtig wenig hatten wir damals am schicken Koreaner auszusetzen. Einzig der 85 PS-Benziner konnte uns nicht so richtig überzeugen. Nun, ein halbes Jahr später stellt uns Kia erneut einen Rio vor die Tür. Der ist noch besser ausgestattet und kommt mit damals gewünschtem Diesel daher. Perfekt könnte er also sein, der 1,4er-Rio. Aber nein, Kia nimmt uns die beiden Fondtüren. Zum Glück behält der Rio alle anderen bereits als gut befundenen Eigenschaften auch als Dreitürer bei.

Guter Schnitt
Lenkung und Fahrwerk passen perfekt zusammen, beide sind merklich dynamisch und schön straff ausgelegt. Einzig die etwas teigige Gaspedalannahme und das sehr lang übersetzte 6-Gang-Getriebe, nehmen dem Rio enorm viel Spritzigkeit. Was beim Blick auf die Verbrauchsanzeige allerdings schnell vergessen ist. 4,8 Liter ergab die Rechnung nach dem zweiwöchigen Test, bei zahmem Gasfuß und abgedrehter Klima – schließlich ist in der höchsten Ausstattung xR ein elektrisches Glashubdach serienmäßig. Wer die Klima trotzdem aufdreht und dem Rio nicht durchgehend die Sporen gibt, erreicht ohne Probleme einen Verbrauchsschnitt von 5,2 Liter. Dabei funktioniert auch das Start-Stopp-System (dafür steht das ISG im Titel) einwandfrei und zählt im Infodisplay die Sekunden mit, die der Rio bereits emissionsfrei an der roten Ampel steht. Was gar nicht so blöd ist, denn so erwacht der Ehrgeiz im Sparer und man will 20, 30 oder sogar 40 Sekunden schaffen.

Großzügige Serienmitgift
Apropos Ausstattung – die kurze Aufpreisliste unseres Rio: 7“-Screen Navigationssystem inklusive Rückfahrkamera – 1000 Euro, Metalliclackierung – 350 Euro, … Ende! Mehr kann nicht angekreuzt werden. Vom komfortablen Ledergestühl über das elektrische Glashubdach und den eleganten 17-Zöllern bis hin zur Lenkradheizung, ist alles, was Sie in der Fotostory sehen, Serie. Gut, der Preis von mindestens 20.490 Euro summiert sich so auf, auf den ersten Blick happige, 21.840 Euro. Doch wer sich einen VW Polo so ausstattet, kommt gut und gerne auf 24.000 Flocken. Ein weiterer Pluspunkt für den sieben Zentimeter längeren Rio, ist sein mit 288 Liter um 8 Liter größerer Kofferraum. Plus: Kia gibt ja bekannterweise 7 Jahre Garantie seine Fahrzeuge – auch da kann der Polo nicht mithalten.

Fazit
Mit dem Rio ist Kia ein mehr als würdiger Polo-Konkurrent gelungen. Ausstattung, Fahrwerk, Motor, Preis, alles passt zusammen. Nur die drei Türen sind, vor allem in engen Parklücken und für Mitfahrer, zwei zu wenig. Deshalb empfehlen wir allen, die einen dreitürigen Kia wollen, den rund 1000 Euro günstiger pro_cee’d.

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