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Den Cruze Wagon gibt's ab 16.640 Euro und den i30 Kombi ab 15.990 Euro.
 
  • Bild: Christoph Adamek
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Chevrolet Cruze Wagon vs. Hyundai i30 Kombi

Sparsam, praktisch, günstig. So müssen Mittelklasse-Kombis sein. Wir haben zwei von ihnen verglichen.

04.02.2013 | 00:00 | (autonet)

Ein Mittelklasse-Kombi hat es nicht einfach. Er soll viel Gepäck fassen, wenig verbrauchen, innen muss man sich wohlfühlen und am besten versprüht er auch ein wenig Lifestyle-Charme. Schließlich sollen sich die Kinder nicht schämen wenn sie zur Schule gebracht werden. Wir haben zwei günstige Lademeister genauer unter die Lupe genommen und in elf Punkten verglichen.

1. Einladen
Gerade bei Kombis kann die Größe des Kofferraums ein wichtiges Entscheidungsmerkmal sein. Mit 4,68 Meter Länge mag der Chevrolet Cruze Wagon zwar 19 Zentimeter länger als sein Testkontrahent der Hyundai i30 Kombi sein, beim maximalen Ladevolumen ist der Koreaner dem Chevi mit bis zu 1.642 Liter um satte 164 Liter überlegen. Bei aufgestellten Rücksitzlehnen sind’s im Cruze Wagon großzügige 550 Liter und im i30 Wagon 528 Liter. Bei der Zuladung hat der Chevrolet Cruze ebenfalls die Nase vorn. Der „Ami“ steckt locker 550 kg weg, während der i30 schon bei 453 kg Zuladung die weiße Fahne schwenkt. Beide Fahrzeuge überzeugen mit ihren Ladekapazitäten, der Cruze aber ein kleines bisschen mehr.
7/10 Punkte für den Hyundai, 8/10 für den Chevrolet

2. Sitzkomfort
An Platz im Gepäckabteil mangelt es also bei keinem der beiden. Aber wie sieht’s in den beiden vorderen Reihen aus? Auch hier, gibt es nichts zu bemängeln. Für Kleinkram stehen ausreichend Ablagen zur Verfügung und selbst Großgewachsene fühlen sich auf allen Plätzen wohl, vom Mittelplatz im Fond mal abgesehen. Trotzdem ist bei beiden Kontrahenten noch Luft nach oben was zum Beispiel die Beinfreiheit im Fond oder die Konturen der Vordersitze betrifft. Insgesamt bietet der Cruze etwas mehr Platz als der i30 und hat die Nase auch in dieser Runde leicht vorne.
Hyundai 6/10, Chevi 7/10

3. Übersicht
Beide Fahrzeuge bieten gut ablesbare Instrumente und eine angenehm niedrige Schulterlinie. Nach hinten ist die Sicht im Hyundai ein wenig eingeschränkt, die optionale Einparkhilfe unseres Testwagens schaffte hier Abhilfe. Im Cruze half uns eine Rückfahrkamera mit Einparkhilfe, die in der LT-Ausstattung inkludiert ist, das Heck des spürbar längeren Fahrzeugs besser im Blick zu haben.
Hyundai 7/10, Chevi 7/10
4. Motor und Fahrspaß
130 PS und 300 Nm bringt der 1,7-Liter-Diesel des Cruze auf die Straße. Das sind ganze 40 PS und 80 Nm mehr als beim Hyundai, dessen Hubraum aber auch ein Seidel weniger fasst. Diesen Unterschied kann man sowohl bei den Fahrleistungen ablesen – 10,4 Sekunden braucht der Chevy auf 100 km/h, 13,9 der Hyundai – als auch beim Durchzug spüren. Diese Runde geht also klar an den Chevrolet.
i30 3/10, Cruze 6/10

5. Motor und Sparen
Sowohl der Koreaner als auch der Ami sind up to Date wenn es ums Sparen geht. Beide sind mit effizienten Motoren und Start-Stopp-Automatik ausgestattet, die beim Anfahren des Chevrolet allerdings ab und zu eine ungewollte Ehrenrunde einlegte. Im Normverbrauch genehmigt sich der Hyundai mit 4,2 Litern auf 100 Kilometer 0,3 Liter weniger als der Chevy und auch in der Realität liegt er mit 5,5 Litern unter den 5,7 Litern des Cruze. Wer nun meint das wäre bei der niedrigeren Leistung des Koreaners doch klar, der werfe einen Blick auf den (für den Vergleich eigentlich passenderen) 128 PS starken 1,6-Liter-Diesel. Der bräuchte nämlich genau dasselbe. Jedenfalls geht diese Runde – knapp aber doch – an den Hyundai.
8/10 für den Hyundai und 7/10 für den Chevrolet

6. Fahrwerk
Der Hyundai ist ganz auf Komfort ausgelegt. Bodenwellen schluckt er anstandslos und auf der Autobahn fährt er so ruhig und unaufgeregt, wie man es sonst nur von Autos höherer Klassen kennt. Sticht einen aber mal der Hafer, stößt man sich an zu wenig Feedback und der selbst im Sportmodus sehr weichen Lenkung. Der Chevrolet beherrscht die zweite Disziplin spürbar besser, lässt sich flott durch Kurven jagen und präsentiert sich so als der bessere Allrounder.
i30 6/10, Cruze 7/10

7. Bedienung
Beide Fahrzeuge bieten sowohl am Lenkrad als auch an der Mittelkonsole logisch zu bedienende Knöpfe und Menüs. Da das meiste im Cruze von Opel stammt, wurden wir bei der Bedienung nicht überrascht. Alles findet sich dort, wo es sein soll und liegt gut in der Hand. Aber auch im i30 gibt es bei der Funktionalität nichts zu beanstanden. Welche der beiden Bedienungen leichter von der Hand geht ist Gewohnheitssache.
Beide 8/10

8. Show
Genau die stiehlt der i30 dem Cruze. Der Koreaner ist neuer, mit LED-Tagfahrlicht und geschwungener Linienführung stylischer und in unserem Fall auch noch extravagant in der Farbe Ice Blue lackiert. Der Cruze weckt mit seinem Äußeren deutlich weniger Emotionen.
i30 8/10, Cruze 5/10
9. Ausstattung
Der i30 kann in drei Ausstattungsvarianten geordert werden: Europe, Europe plus und Premium. Wir durften die goldene Mitte mit Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Bluetootheinheit und Lenkradfernbedienung testen. LS, LT und LTZ heißen die drei Ausstattungslinien die Chevrolet für den Cruze anbietet. Und auch hier haben wir uns für uns für die Mitte entschieden die Extras wie z.B. Rückfahrkamera mit Einparkhilfe, Klimaanlage, Lenkradfernbedienung und Tempomat inkludiert. Als Extras lassen sich noch die Lackierung und das Navi wählen, mehr gibt es auf der Liste nicht. Leder, Sitzheizung oder einen schlüssellosen Zugang gibt es nur mit der LTZ-Ausstattung.
Deutlich mehr Extras kann man beim Hyundai anwählen, wobei Extras wie Tempomat, Bordcomputer oder Einparkhilfe beim Cruze zur Serienausstattung gehören. Und wie auch bei Chevrolet, muss man zur 2.000 Euro teureren Premium-Linie greifen, will man Zugriff auf Leder, Keyless Go oder ein Navigationssystem haben. Allerdings in Form von aufpreispflichtigen Paketen. Zur Sicherheit tragen bei beiden Fahrzeugen ABS, ESP, Airbags vorne und hinten und fünf Dreipunktgurte serienmäßig bei.
i30 5/10, Cruze 7/10

10. Liebe zum Detail
Beide Fahrzeuge sind keine Sportskanonen und geben es auch nicht vor. Dicke Endrohre oder Carbon-Applikationen sucht man daher vergebens. In dieser Runde gereicht dem i30 sein junges Alter erneut zum Vorteil. Wie schon im Kapitel Bedienung erwähnt, stammen viele Schalter und Knöpfe im Chevi von Konzernmutter Opel. Damit passt zwar die Qualität hinsichtlich Haptik und auch die Übersichtlichkeit stimmt, Designerpreis gewinnt der in die Jahre gekommene Cruze-Innenraum aber sicherlich keinen mehr.
i30 6/10, Cruze 4/10

11. Preis-Leistung
Der 130 PS starke Cruze kostet mindestens 21.540 Euro. Mit Navigation und Metalliclackierung stehen 23.140 Euro auf der Rechnung. Der neuere, etwas schickere, aber deutlich schwächere i30 ist ab 18.990 Euro zu haben. In der Europe Plus Ausstattung und mit ein paar Extras wie z.B. Sitzheizung, Start-Stopp-Automatik und 16 Zöllern standen bei uns 23.020 Euro unterm Strich. Dass der Hyundai bei weniger Leistung und Ausstattung beinahe das gleiche kostet, kostet ihn in dieser Runde auch Punkte.
i30 7/10, Cruze 10/10 (Bester erhält volle Punktzahl)

Resümee:
Hyundai 71/110, Chevrolet 76/110

Nur fünf Punkte trennen die beiden Fahrzeuge unseres Vergleichstests von einander, die in ihrer Funktion ähnlich, in ihrem Auftritt aber doch sehr verschieden sind. Der letzte i30 war noch ein recht langweiliges Auto. Der Neue ist mondän, stylisch, hat aber auch seinen Preis. Und genau in diesem Kapitel muss er sich dem etwas altbackenen, aber soliden und leistungsstärkeren Cruze geschlagen geben. Man könnte natürlich auch einen stärkeren und besser ausgestatteten i30 zum Vergleich nehmen. Allerdings zahlt man dann schon mal 7.000 Euro mehr.
Der Cruze punktet mit seinem durchzugsstarken Motor, seinem härteren (aber nicht harten) Fahrwerk und seinem größeren Innenraum. Und natürlich seinem Kampfpreis von 23.140 Euro für dieses Komplettangebot.

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