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Honda Civic Tourer: Geht nicht, gibt's nicht

Der anglo-japanische Kompakt-Kombi treibt das Thema Laderaum auf die Spitze

09.12.2013 | 00:00 | (autonet)

Der Honda Civic ist einer der dienstältesten Kompakten. 1972 in Japan vorgestellt, startete er seine Karriere 1974 in Europa. Seit seiner vierten Generation wird er auch außerhalb des Mutterlandes produziert. Bisher wurden mehr als 16 Millionen Civics verkauft. Das aktuelle Modell markiert die Entwicklungsstufe Nummer neun. Die ist – nach zwischenzeitlich teils totalen optischen Kehrtwendungen von sportlich über bieder bis futuristisch – milde(r) spacig designt als die vorige und in Österreich seit dem Frühjahr 2012 auf dem Markt. Was bisher – seit zwei Generationen - - fehlte, das war ein Kombi. Den liefert Honda jetzt nach.


Mit gutem Grund: Das Kompakt-Segment deckt derzeit gut ein Viertel des österreichischen Automarktes ab. Tendenz: weiter wachstumsträchtig. Und Rucksack-Versionen sind hoch beliebt. Renommierte Mitbewerber zum Beispiel haben heuer recht bald nach der Neuinterpretation ihrer Kompakt-Stars gleich Lade-Versionen nachgeschoben, siehe Skoda Octavia Combi, siehe VW Golf Variant.
Es wäre nicht Honda, würde es der japanische Hersteller nicht darauf anlegen, noch besser zu sein, nicht nur als die beiden Genannten. Wobei, nebenbei gesagt, nicht mehr viel Japan im Civic steckt: Er ist ein Europäer: Er wurde fast zu 100 Prozent in Europa, sprich in England, entwickelt, getestet sowie abgestimmt, und er wird in Swindon gebaut. Von dort stammt demzufolge ebenso der Tourer, ein Modell, das ausschließlich für den europäischen und südafrikanischen Markt bestimmt ist.

Als Tourer treibt der Civic das Thema Ladevolumen auf die Spitze. Mit 624 bis 1.668 Liter Volumen markiert er derzeit den Rekord im Segment. Wohl schafft der erwähnte Octavia Combi ein wenig mehr an Top-Wert, nämlich 1.740 Liter. Doch ist der Tscheche mit seinen 4,659 Metern auch um 124 Millimeter länger als der Anglo-Japaner. Honda hat seinen Kompakten fürs Kombi-Dasein zwar ebenfalls langgezogen, aber – bei gleich gebliebenem Radstand (2.595 mm) - nur um 235 Millimeter, was für den Kombi-Civic eine Gesamtlänge von nur knapp mehr als viereinhalb Metern (4,535 Meter, Fünftürer: 4,3 Meter) ergibt.

Zum beachtlichen Lade-Volumen addiert Honda Vielseitigkeit und Variabilität: Das 117 Liter Staufach im Kofferraum – es kann zwei Flugkabinen-Trolleys einpacken - ist deshalb möglich, weil der Tank des Civic unter den Frontsitzen postiert ist. Dazu kommt neben der Möglichkeit, die Fondsitze flachzulegen und damit eine brettl-ebene Fläche zur Verfügung zu haben, eine besonders tiefe Ladekante. Diese ist nur 565 Millimeter hoch (Fünftürer: 702 mm). Das ist Tiefstwert im Segment. Weiters hat der Rucksack-Civic das Feature der „Magic Seats“ vom Jazz geerbt: Die Sitzflächen der Fondsessel lassen sich, wie im Kino, nach oben wegklappen. Damit können sperrige Gegenstände wie etwa Mountainbikes oder (nicht zu hochgewachsene) Yuccas oder auch anderes aufrecht stehend in der zweiten Reihe mitreisen.

Rein frontal betrachtet enthüllt der Tourer seine Lade-Bestimmung optisch so gut wie gar nicht: Bis zur B-Säule sind Kombi und Fünftürer gleich. Seitlich betrachtet äußert sich die stimmige Fortsetzung der an sich schon ansteigenden Seitenlinie mit leicht abfallender Dachkante als Abschluss. Von hinten betrachtet zeigt sich ein charakterstarkes Heck mit breiter und weit aufschwingender Klappe.

Die Karosserie-Verlängerung bringt dem Lade-Civic nebst sportlichen Transporttalenten auch eine sportlichere Gewichtsverteilung ein, mit einer Achslastverteilung von 50 zu 50 Prozent. Damit die eigens auf den Kombi abgestimmte Fahrdynamik – modifiziert sind Fahrwerk, Federung und Lenkung - auch bei voller Beladung nicht aus dem Gleichgewicht gerät offeriert Honda ein adaptives Dämpfersystem (ADS) für die Hinterachse. Das kann in den Modi „Comfort“, „Normal“ und „Dynamic“ per Tastendruck angewählt werden und umspannt eine Bandbreite von recht weicher bis zu wirklich knackiger Abstimmung.

Als Antriebsquellen dienen für den ab 1.355 Kilo schweren Neo-Kombi genau zwei Motorisierungen: der als kraftvoll und dennoch sparsam renommierte 1,6-Liter Diesel – 1.6 i-DTEC – mit 120 PS und 300 Nm - sowie der ebenfalls gut bekannten 1,8-Liter-Benziner – 1.8 i-VTEC – mit 142 PS und 174 Nm. Beide sind mit manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert. Der Otto-Kandidat kann auch mit Fünfstufen-Automatik geordert werden. Die Werksangaben sprechen dem Selbstzünder mit 3,8 Liter Norm-Mixverbrauch pro hundert Kilometer sehr hohe Genügsamkeit zu (CO2: 99 g/km).
Zu seinen Lade- und Fahr- sowie Spar-Talenten bekommt der Tourer zeitgemäße Sicherheitsausstattung in Form von Airbags, ESP & Co. ein vielfältiges Programm an elektronischen Helfern mit. Die sind zum Teil in Ausstattungsstufen oder in Options-Paketen verpackt: Rückfahrkamera, adaptiver Tempomat, Kollisionswarner, Verkehrszeichenerkennung, City-Notbrems-, Spurhalte-, Totwinkel-, Auspark- und Fernlichtassistent. Zu haben ist aber natürlich auch Navigation, Bluetooth sowie Ledernes, für Lenkrad, Schaltknauf und Sitzmöbel.
Preislich siedelt Honda Austria den Civic Tourer ab 21.990 Euro an. Das ist der Preis fürs den 1.6 i-DTEC in der Basis-Ausstattungsstufe S. An Bord sind unter anderem LED-Tagfahrlicht, Reifendruckkontrolle, Berganfahrhilfe etc. Der Benziner kostet ab 23.780 Euro. Ihn gibt es erst ab dem Mitgift-Niveau „Comfort“. Da bekommt man CD-/MP3-Radio, Tempomat, Klimaautomatik, auf zwei Ebenen verstellbaren Ladeboden etc. dazu. Um in den Genuss des adaptiven Dämpfersystems zu kommen, muss man die Version „Lifestyle“ wählen. Da ist es serienmäßig an Bord. Die Tarife: ab 27.970 Euro für den Diesel, ab 27.750 Euro für den Benziner. Seinen Publikumseinstand liefert der Lade-Civic auf der Vienna Auto Show, von 16. bis 19. Jänner 2014, in Wien. Bei den Honda-Händlern steht er dann ab 25. Jänner.

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