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Dacia Duster

Die nächste Generation des Duster

15.11.2013 | 00:00 | (autonet)

Nix zu Motzen!
Dacia frischt sein SUV-Modell auf. Die Basic-Assets blieben unverändert.

von Gregor Josel 

Die kompakten SUV sprießen derzeit aus dem Nährboden der Entwicklungsabteilungen der Fahrzeughersteller, wie die Brunnenkresse nach der Regenzeit. Jeder Hersteller will an diesem umsatzschwangeren Kuchen mitnaschen. Und so tun sie es alle! Egal ob Stern, Raubkatze oder das britische Nobel-B im Logo – der SUV Markt boomt, die Kasse klingelt. Premium ist das Wort der Stunde in Sachen Marketing, das gefällt dem Kunden und auch dem Shareholder. Dass es aber auch ganz anders geht bewies die rumänische Renault-Tochter Dacia mit dem Duster bereits seit 2010. Mit diesem Modell sorgte Dacia für frischen Wind in der SUV-Szene, der Erfolg des günstigen Offroaders ist nachhaltig. Bisher konnte die Marke bereits mehr als 450.000 Einheiten des Duster verkaufen.

Für das Modelljahr 2014 hat Dacia sein Erfolgmodell nun kräftig überarbeitet, ohne dabei aber die Basic-Assets des Duster zu verfälschen. Geblieben ist die eigenständige Optik und vor allem der Hammer-Einstiegspreis von 11.990 Euro.

Das Außendesign des Duster ist grundsätzlich unverändert geblieben. Frische Akzente setzt jedenfalls der neue Kühlergrill mit wabenförmigem Kühlluftgitter und markanten verchromten Querlamellen sowie die neu gezeichneten Hauptscheinwerfer. Die Lichtquellen sind in drei Segmente unterteilt, die das Wabenmuster des Kühlluftgitters aufnehmen. Ebenfalls umgestaltet wurden die Heckleuchten und die Dachreling, die nun deutlich sportlicher aussieht. In den Heckleuchten sind nun chromeinsätze integriert, die rechteckigen Felder für Rückfahrlicht und Blinker wirken wesentlich dynamischer als zuletzt.

Mehr getan hat sich im Innenraum des preiswerten SUV. Das Cockpit wurde grundlegend überarbeitet. Der Instrumententräger wurde völlig neu gestaltet, das Kombiinstrument verfügt nun über Chromeinfassungen, in den höheren Ausstattungen ist auch ein umfangreicherer Bordcomputer serienmäßig mit an Bord, auch eine Außentemperaturanzeige ist nun integriert. Erstmals sind die Fensterheber-Schalter in die Türrahmen gewandert. Alleine dadurch wirkt das Cockpit nun wesentlich gediegener. Generell herrscht klarerweise ein gewisser Hartplastik-Charme im Inneren, wobei die Verarbeitung sehr gut ist und die Materialen keineswegs billig wirken. Weiteres Kennzeichen des Duster-Cockpits ist die neue Mittelkonsole. Die Bedieneinheit ist stärker vom Instrumententräger abgesetzt als im Vorgängermodell und zeichnet sich durch ihre hohe Funktionalität aus. Beispielsweise befinden sich die Regler für die manuelle Klimaanlage (Serie für Ambiance, Lauréate und Sondermodell Supreme) weiter oben als beim Vorgänger. Darüber liegen – ebenfalls griffgünstig positioniert – die Schalter zum Aktivieren der Einparkhilfe hinten und des Tempomaten mit Geschwindigkeitsbegrenze (Option für Lauréate, Serie für Sondermodell Supreme) sowie das Radio d-Connect CD (Serie für Lauréate, Option für Ambiance) bzw. das Multimedia-Navigationssystem Media- Nav (Serie für Sondermodell Supreme, Option für Lauréate und Ambiance). Das neue Media-Nav System verfügt Neben einer Audioanlage, der Bluetooth-Schnittstelle, USB- und AUX-Anschluss auch über ein Navigationssystem. Einzig die Positionierung unter den Lüftungsdüsen ist nicht besonders optimal, da man beim Navigieren hier immer relativ weit nach unten blicken muss. Interessant ist jedenfalls der Preis für das System, der mit 216 Euro unschlagbar günstig ist.


Der Wahlschalter für den Wechsel zwischen Vorderrad- und Allradmodus beim Duster 4x4 lässt sich intuitiv bedienen. Das System ist bereits bei Nissan im Einsatz und somit natürlich durchaus bewährt. Bei Versionen ohne Audioanlage beinhaltet die Mittelkonsole zwei zentrale Ablagefächer mit 0,6 bzw. 0,9 Liter Inhalt. Eine weitere praktische Ablage mit 1,4 Liter Fassungsvermögen findet sich auf der Oberseite der Mittelkonsole. Ebenfalls neu ist ein offenes 2-Liter-Fach oberhalb des Beifahrerairbags. Hinzu kommen das große Handschuhfach mit 5,8 Liter Fassungsvermögen, Ablagen in den vorderen Türen (jeweils 2,8 Liter), zwei Getränkehalter vorne (jeweils 0,5 Liter) und ein Getränkehalter hinten (1,5 Liter). Ein weiteres Staufach mit 1,5 Liter Inhalt findet sich in der Mittelarmlehne (Serie ab Lauréate).
Viel getan hat sich jedenfalls in Sachen Fahrkomfort im Innenraum. Vor allem das niedrige Geräuschniveau verdient Beachtung. Dacia spendiert nun allen Duster-Modellen ein Sechsgang-Getriebe, die Getriebeabstufung wurde leicht abgeändert. In der ersten Generation war der erste Gang sehr kurz übersetzt. Das macht im Offroadeinsatz durchaus Sinn, konnte aber im Alltag zeitweise recht nervig sein. Der neue Duster gibt sich hier deutlich komfortabler. Die Getriebeabstufung ist nun auch im ersten Gang schwer in Ordnung und trotzdem auch noch im Gelände gut zu gebrauchen.


Als Antriebsoptionen stehen zwei Benziner und zwei Dieselmotoren zur Wahl. Die Motorenauswahl für den Duster 4x2 besteht aus dem Benziner 1.6 16V 105 mit 77 kW/105 PS, dem neuen Turbobenziner TCe 125 mit 92 kW/125 PS, sowie den Dieseltriebwerken dCi 90 mit 66 kW/90 PS und dCi 110 mit 80 kW/109 PS. Der Duster 4x4 ist mit dem Diesel dCi 110 erhältlich. Der Selbstzünder mobilisiert in Kombination mit dem Allradantrieb 81 kW/110 PS.

Im ersten Fahrtest haben wir uns den komplett neuen 1,2 Liter Turbobenziner mit 125PS zur Brust genommen, der rund 6,3 Liter verbrauchen und 145g CO2 ausstoßen soll. Der kleine Benziner überzeugt mit ordentlichem Durchzug aus unterster Drehzahl. Die Beschleunigung ist ebenfalls mehr als in Ordnung. In Kombination mit dem manuellen Sechsganggetriebe macht der Duster damit auf der Bergstrecke sogar richtig viel Spaß. Der hochmoderne Vierzylinder von Renault ist nach dem Downsizing-Prinzip konzipiert, das den Kraftstoffverbrauch und die Abgasemissionen senkt. Besonderes Kennzeichen ist der Turbolader. Dieser arbeitet dank seines geringen Durchmessers nahezu verzögerungsfrei. Er gibt dem Triebwerk auch seinen Namen (TCe = Turbo Control efficiency). Dank des reaktionsschnellen Turboladers liegt das Maximaldrehmoment des 1,2-Liter-Triebwerks von 205 Nm bereits bei 2.000 1/min an. Davon stehen 90 Prozent bereits ab 1.500 1/min zur Verfügung. Seine Maximalleistung von 92 kW/125 PS mobilisiert das Vollaluminiumaggregat bei 5.250 1/min. 
Bei vehementem Gasfuß genehmigt sich der Duster damit rund 9,2 Liter, doch bei moderater Fahrweise sind realistisch wohl so um die 7,5 Liter drin.


Einziger wesentlicher Kritikpunkt ist die Ladekante im Kofferraum des Duster, die den Zugang zum bis zu 1.636 Liter großen Kofferraum erschwert. Doch unterm Strich überwiegt der äußerst positive Gesamteindruck des neuen Dacia Duster. Und das nicht zuletzt ob seines einzigartigen Preisniveaus. Der Einstige in die Duster-Welt gelingt ab 11.990 Euro. 

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