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Mit dem Dacia Lodgy ins Friaul - statt mit dem neuen Porsche Carrera S. Es wurde nicht bereut.
 
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Dacia Lodgy: Platz statt Porsche

Porsche Carrera S oder Dacia Lodgy? Es wurde der Billig-Van und das war gar nicht mal so schlecht. Warum? Das lesen Sie im Intensivtest mit dem großen Rumänen.

09.10.2012 | 00:00 | (autonet)

Decke auf den Kopf, Kurzurlaub, auf das schöne Friaul fiel die Wahl. Mit von der Partie: Frau, Kind, Baby. Zur Debatte standen: Ein Porsche Carrera S und der Dacia Lodgy. Fiebrige Versuche Sack und Pack im Elfer zu verstauen. Heulkrämpfe, Zornausbrüche, Hasstiraden. Also Lodgy. Es galt Familie und/oder den Rumänen zu verfluchen (mit einem Porsche tut man das nicht). Einen schlechteren Start in ein Erholungswochenende kann man sich nicht vorstellen.

Besänftigend viel Platz
Unflätiges grummelnd also den Kofferraum des Windelbombers befüllt. Dass das Monstrum von Kinderwagen hineinpasst ohne ihn zusammenlegen zu müssen, besänftigt etwas. Dahinter parkt der Elfer, in weiß. Er wird gleich abgeholt. Ein Kollege wird sich übers Wochenende seiner annehmen. Ein Gedankenblitz die Frau samt Anhang im Lodgy vorzuschicken und selbst mit dem Porsche nachzukommen: Verworfen; eingedenk der zu erwartenden Reaktion. Es wird langsam Herbst. Es fröstelt.

Flotter Trostspender
Auf der Autobahn. Der Lodgy müht sich redlich Trost für die entgangenen Freuden zu spenden. Etwa, indem er überraschend agil antritt mit seinem 110 PS Diesel. Das muss man ihm durchaus zugestehen. So locker, wie sich der Van auf Autobahntempo schraubt, hätte man ihm das gar nicht zugetraut. Die 150 sind dann auch keine Hexerei und ins Radar sind wir auch gerumpelt. Das kann der Porsche auch nicht besser. Vermutlich aber hätten die Kärntner Blaumänner in Anbetracht des Carrera nicht die Mindeststrafe von 25 Euro verhängt. Es wird langsam wärmer, kurz vor Italien, was zu übermütiger Bemerkung veranlasst, dass es im Grunde nicht mehr braucht, als einen Logdy.

Kein Hanni und Nanni
Aufatmen auf allen Rängen, ob des sich nun entspannenden Fahrers. Die gelöste Atmosphäre wird von der Sechsjährigen dazu benutzt eine Hanni und Nanni CD mit der Bitte um Abspielung nach vorn zu reichen. Wie geheißen so versucht und schlussendlich gescheitert. CD-Player gibt es keinen. Einen Slot für den Datenstick, aber keinen für den Silberling. Und das in der Top-Ausstattung. Großer, gut funktionierender, Touchscreen mit Navifunktion ja, CD nein. Was der Porsche gerade machen mag . . . ?
Retro-Navi
Über der Grenze ist dann aber auch das wieder vergessen, der Hunger ist groß, ein fulminantes Abendmahl in einer von sehr beflissener Seite empfohlenen Osteria steht bevor. Die 6,7 Liter Durchschnittsverbrauch auf der Autobahn sind sehr im Rahmen, was zum Beschluss motiviert, die monetäre Differenz zum Porsche-Konsum 1:1 in Wein umzumünzen. Abfahrt Udine Nord und nun nach . . . ja wohin eigentlich? Zum Glück gibt´s Navi im Lodgy. Also aufgedreht das Gerät und . . . weißer Fleck. Das italienische Straßennetz ist nicht erfasst. Das erinnert an die Anfangstage der digitalen Navigation im Automobil, als es galt, vor Reiseantritt das entsprechende Kartenmaterial des zu befahrenden Landes herunter zu landen.

Reisegeeicht
Und weil nicht gefragt wird, geht’s mit der Kirche ums Kreuz gen Destination. Apropos Kreuz: Dem geht´s gut. Ein Lob den Sitzen im Lodgy und ein noch viel größeres dem komfortabel abgestimmten Fahrwerk. Angenehm warm hier im Friaul. Wie warm? Das ist mangels Außentemperaturanzeige im Lodgy nicht überliefert.

Wir kommen wieder
Und dann war es das auch schon mit dem Kurztrip. Die Rückfahrt geht schneller als die Hinreise. Es wartet der Elfer für einen verbleibenden halben Tag. Wir kommen jedenfalls wieder – spätestens bis der Vorrat an Tocai friulano, Ribolla Giallo, Ramandollo und Refosco aufgebraucht ist. Wenn dann wieder ein Dacia Lodgy zur Verfügung steht, soll es nur recht sein. Der große Rumäne macht seine Sache gut, auch wenn zur Zufriedenheit wohl doch die Vollausstattung vonnöten und die mit 18.000 Euro dann doch ein wenig vom verheißungsvollen Einstiegspreis von 10.000 Euro entfernt ist. Um den Preis könnten dann aber auch schon fast Scheibenbremsen heckwärts verbaut sein.

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