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Offen läuft das Chrysler Sebring Cabrio zu Bestform auf.
 
  • Bild: Chrysler Group LLC
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Chrysler Sebring Cabrio: Sonnenkreuzer

Ein großer, nach oben offener Cruiser macht uns nicht unbedingt zu besseren Menschen. Aber zu besseren Autofahrern.

26.06.2009 | 00:00 | (autonet)

Für dieses Auto wünschen wir uns die untere Corniche vor die Haustür, also die am Meer verlaufende Verbindung zwischen Nizza und Monte Carlo. Nicht wegen der Kurven, gar nicht. Sondern wegen der Atmosphäre des flockigen Reichtums, wegen der Schönheit der Küste, wegen dieser opulenten Lebenslust, die von allen Seiten ins Auto drängt.

Nur so kann man das Sebring Cabrio verstehen: als Untersatz für einen hedonistischen Lebensstil, und das ist ja nicht das schlechteste. Objektiv betrachtet können nämlich die weitaus günstigeren Blechdach-Cabrios der Kompaktklasse mit dem großen Sebring Schritt halten, bieten bei geringerem Gewicht sogar mehr Fahrspaß. Was sie hingegen nicht bieten können, ist dieses Gefühl von Größe, Grandezza und entspannter Erhabenheit.

Offen läuft das Auto zur Bestform auf
Wie sehr Chrysler auf diese Werte setzt, merkt man schon am Verdeck: Weit länger als 20 Sekunden dauert es, bis sich das Stoffverdeck unter den Kofferraum geschichtet hat; immerhin lässt sich diese Prozedur auch per Knopfdruck am Schlüssel erledigen. Wer’s moderner mag, kann gegen 2442 Euro Aufpreis ein Stahlverdeck bestellen, das muss aber aus unserer Sicht nicht sein: Das Stoffverdeck ist gut gedämmt, hochwertig gearbeitet und für Autobahntempi gut gerüstet.

Wie auch immer man sich entscheidet, offen läuft das Auto zur Bestform auf – nicht nur wegen des gestreckten, fast fünf Meter langen Wagenkörpers. Auch an der Bezähmung der Winde erkennt man die lange Chrysler-Tradition im Bau großer Cabrios – sogar das für lange Strecken empfehlenswerte Windschott ist serienmäßig.

Müder TDI-Motor
Allerdings gibt es auch einen Stachel im Fleisch des gehobenen Sonnenanbetens – er sitzt in diesem Fall unter der Motorhaube. Der bekannte TDI von VW grummelt hier eher müde und gar nicht so gut gedämmt vor sich hin, hat rechte Mühe mit den knappen zwei Tonnen. Auch beim Cruisen kommt kein rechter Genuss zustande, wir würden uns zumindest ein Automatikgetriebe wünschen, dann könnten wir das Nagelbett noch eher verschmerzen. Dass man als Ausgleich brave Verbrauchswerte einfährt, will in diesem Fall nicht ausreichend trösten.

Und so muss man eigentlich den Griff zum V6-Benziner mit Automatik raten. Den Mehrverbrauch könnte man kompensieren, indem man sich einschränkt – nur mehr auf die schönsten Straßen der Welt, beispielsweise.

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